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Holsteinische Schweiz und Ostsee / Von Grömitz bis Behrensdorf

Von Grömitz bis Behrensdorf 78,74 km

Noch bevor die Augen sich öffnen, melden die Ohren Regengeräusche an das Gehirn. So ein Mist denke ich mir. Wollte ich doch einen kitschigen Sonnenaufgang über dem Meer bewundern. Ohne das Zelt zu öffnen, bereite ich das Frühstück zu. Das Wetter legt seine schlechten Absichten langsam ab und stellt den Regen ein. Das Fahren auf Santos Fahrraddem Ostseeküstenradweg nervt. Ständig suche ich Schilder, das Meer ist einfach nur meerig und überall sieht es nach Touristik aus. Wollen doch mal sehen wie es im Landesinneren aussieht. Kaum habe ich die Ostsee verlassen, ist alles wieder im Lot. Schmale Straßen und Alleen führen vorbei an alleinstehenden Höfen und durch kleine Orte. An einen dieser Höfe steht ein kleiner Tisch mit einem Häuschen darauf. Hier gibt es Gurken, selbst gemachte Marmelade und Cherrytomaten. Alles zum selbst abwiegen und eine Kasse zum selbst bezahlen. Ich fülle mir eine Tüte mit den Tomaten und verstaue sie als Snack in der Lenkertasche. Natürlich lasse ich auch meinen Obolus in der Kasse.

Hessenstein
Hessenstein

Da mir der Weg über Fehmarn zu weit ist, kürze ich quer durch das Land ab und fahre direkt nach Heiligenhafen, wo ich wieder die Ostsee erreiche. Die Stadt reizt mich nicht weiter zum Bleiben. So kaufe ich nur kurz ein und setze mich an den Binnensee zum Essen. Kurz hinter Heiligenhafen muss ich die Ostsee schon wieder verlassen. Ein Truppenübungsplatz verwehrt mir die Weiterfahrt an der See. Tescheldorf, Teschelwitz, Kröß und wie die kleinen Dörfer sonst noch alle heißen sind lediglich Durchgangsorte auf dem Weg nach Oldenburg. Nett ist es hier. Ruhig und nicht mehr so tourimäßig wie an der Küste. Einen Milchkaffee lang genieße ich die Sonne und beobachte die Menschen um mich herum.

Nichts is, mit im Meer baden gehen
Fahrrad am Strand Sonne geht unter Santos Reiserad
Am Strand

Durch ein Naturschutzgebiet, vorbei an einem schönen Sandstrand geht es nach Behrensdorf. Wenigstens einmal möchte ich auf der Tour baden gehen. So stelle ich das Rad an den Zaun der die Dünen schützt ab und wage mich in das Wasser. Der Strandabschnitt ist hier sehr steinig, darum lasse ich meine Sandalen an um mich vor Verletzungen zu schützen. Auf Höhe des Bauchnabels kapituliere ich. Das hält kein Mensch aus so kalt ist das Wasser. Leicht frustriert ziehe ich mich wieder an. Nichts is, mit im Meer baden gehen. „Waren sie auch schwimmen? Ist herrlich zu dieser Jahreszeit und tut auch sicher gut wenn man den ganzen Tag mit dem Rad unterwegs ist.“ Etwas verdutzt schaue ich das ältere Pärchen an was zwischenzeitlich an den Strand gekommen ist. Es folgen die üblichen Fragen nach dem Woher und Wohin. Danach gehe ich zu meinem Fahrrad und das Pärchen zieht sich aus und noch bevor ich es richtig verstehe, sind die Beiden bis zum Hals im Wasser verschwunden.

Auf dem Campingplatz treffe ich schon wieder keinen Platzwart. Dafür hängt diesmal ein Schild mit einer Telefonnummer an der Tür. Am Telefon meldet sich der Platzwart und weist mir meinen Platz zu: „Letzte Wiese links neben dem Waschhaus, da könne ich mein Zelt aufstellen.“ Er kommt heute Abend noch vorbei und dann können wir den Rest erledigen. Schnell ist das Zelt aufgebaut dann gehe ich mich Duschen und wasche Wäsche. Den Platzwart treffe ich später in der Kneipe beim Fernsehen. Deutschland spielt gegen Russland, da kann er sich jetzt unmöglich um Formalitäten kümmern. Das machen wir morgen vor der Abreise. Ich mache noch einen Spaziergang am Strand und lege mich dann Schlafen. Es fängt zu regnen an und im Einschlafen denke ich noch an meine Wäsche, die zum Trocknen hinter dem Zelt auf der Leine hängt.

Hier geht‘s weiter: Von Behrensdorf bis Eckernförde

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