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Zu Fuß um den Bistensee

Machs mal anders herum

Wenig Zeit und doch Lust auf eine Runde zu Wandern. Aber bitte nicht schon wieder die selben bekannten Wege gehen. Die meisten kennen das. Ob beim Radfahren, Laufen oder sonst einer

anderen Art sich draußen zu bewegen, alle Wege sind schon mehr als einmal zurückgelegt. Die Lust auf etwas Neues wird immer größer, aber die Zeit lässt keine langen Anreisen zu. Dabei ist der Perspektivwechsel dringend überfällig. Perspektivwechsel , genau das ist das Stichwort. Einfach mal die Perspektive wechseln und einen bekannten Weg in die andere Richtung laufen.

Die letzten Äpfel im Garten
Die letzten Äpfel im Garten

So habe ich das heute gemacht. Die Runde um den Bistensee mag ich zwar gerne, aber sie ist mir schon viiiieeeel zu bekannt. Also lasse ich heute den See zu meiner Linken an mir vorbei ziehen. Natürlich bedarf es dann auch einer Umplanung. Die gewohnten Rastplätze sind etwas weiter entfernt. Früher Rasten? Oder länger laufen? Oder so tun als kennt man die Strecke noch nicht und sich überraschen lassen. Lassen wir uns überraschen.

Erste Schritte mit neuer Perspektive

Schon aus dem Ort Bistensee heraus, entdecke ich neues an den Häusern und Grundstücken. Dann fällt mein Blick das erste Mal auf den See und dieser Blick bietet heute tatsächlich eine ganz

andere Perspektive. Noch nie ist mir die kleine Landzunge aufgefallen die hier in den See hineinragt. Der Weg führt hier immer direkt am Wasser entlang. Die Sonne steht schon mittags schon wieder so tief über dem See, dass ich oft die Augen zukneifen muss, wenn ihre Strahlen durch die Äste der mächtigen Buchen durchscheinen.

See im Gegenlicht
Bistensee im Gegenlicht

Noch bevor die erste Hälfte der Strecke hinter mir liegt, muss ich mich schon wieder vom See verabschieden. Der Weg hat keine Lust mehr auf Wasser und schlängelt sich nun an den Feldern vorbei bis zu einem Gatter. Heute steht das große Tor offen und lässt Wanderer ungehindert über die Wiese laufen. Viel häufiger jedoch, musste ich schon durch das kleine Nebentor gehen. Immer dann, wenn gehörntes Getier die grüne Fläche sein Eigen nennt.

Mein Weg ist weg

Gleich darauf zweige ich nach links ab und muss erst zwei Mal schauen, wo der Weg abgeblieben ist. Es ist Spätherbst, der Wind hat auch das letzte Blatt von den Bäumen geschüttelt und ein dicker Laubteppich hat sich auf dem Waldboden breitgemacht. Und der Weg? Der schlummert nun unsichtbar unter einer kuscheligen Blätterdecke.

Mein Weg ist weg am Bistensee
Mein Weg ist weg

Ein schmaler Durchgang im Knick und schon stehe ich wieder im Freien. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis an die Straße. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit, musste man hier für ca. 500 Meter direkt auf der Fahrbahn laufen. Jetzt führt ein schmaler Weg,  gerade mal eineinhalb Meter breit, hinter dem Knick, am Acker entlang. So ist es deutlich entspannter.

Die ersten Kaffeegäste sichern sich die Plätze im Keramikcafè. Sandig und steil geht es nun bergauf. Der sandige Untergrund ist von vielen Pferdehufen ordentlich aufgewühlt. Das macht das Laufen recht anstrengend. Oben angekommen, zweigt die offizielle Route direkt nach links ab. Ich bevorzuge hier einen kleinen Umweg über hoch zu einem Aussichtspunkt mit Sitzbank und Tisch. Ein Kaiserbrötchen, etwas Apfelsaftschorle, Sonne und draußen sein. So einfach geht Glück.

Bis Bistensee bekomme ich den See nicht mehr direkt zu Gesicht. Von einer Rasthütte mit Aussicht bis zum Aschberg abgesehen, lässt sich der Namensgeber der Rundtour nun nicht mehr sehen.

PS: Ich war weitestgehend auf der Wanderoute Nummer 16 des Naturparks Hüttener Berge unterwegs. Die Originalroute gibt es auf dieser Internetseite.


  • Die letzten Äpfel im Garten
    Die letzten Äpfel im Garten

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