Von Oberstdorf an den Gaisalpsee

Natürlich hätte ich den Zuweg bis Reichenbach etwas abkürzen können. Mit dem Bus sind es gerade einmal 6 Minuten vom Bahnhof Oberstdorf. Aber wer will das schon und dann bei diesem Wetter. Dann wären auch gut vier Kilometer Vorfreude auf den Berg verloren gegangen. Besonders heute ist der Weg ein besonderer Genuss. Die Luft ist angenehm frisch und es ist kaum etwas von der Zivilisation zu hören. So freue ich mich über jeden einzelne Meter den ich hier zu Fuß zurücklege.

Auf dem Weg durch das Tal

Klar, dass am Fuß des Berges auch einen Parkplatz gibt. So lässt sich der Weg bis zum Berggasthof Gaisalpe auf ein Minimum reduzieren. Mit dem Parkplatz steigt auch die Menge des Wandervolks deutlich an.  Noch geht es auf Asphalt nach oben. Das ändert sich aber recht schnell. Nach rechts zweigt das Wandervolk auf den Schotterweg in Richtung Gaisalpsee ab, nach links geht’s auf der Straße zum Berggasthof. Zumindest für den Anfang. Denn auch vom Gasthof an, kann man dann frisch gestärkt den Anstieg zum See in Angriff nehmen.

Seit gut 10 Jahren wieder in den „Bergen“

Mit jedem Grad den die Steigung zunimmt, scheint auch die Temperatur zu steigen. Bevor sich der Weg an der Unteren Richteralpe zum schmalen Pfad verändert und nochmals etwas steiler wird, beschließe ich meine Hosenbeine zu kürzen. Dem Erfinder oder der Erfinderin abzippbarer Hosenbeine, sei an dieser Stelle für diese geniale Erfindung gedankt.

Von nun an geht es über einen schmalen Pfad recht zügig aufwärts. Das letzte Mal Wandern in „richtigen Bergen“, ist nun fast genau 10 Jahre her. Ich fühle mich daher etwas unsicher, ob das, was ich hier mache, auch für Wiederanfänger geeignet ist. Zwischen den Scharen an so professionell aussehenden Bergwanderern, komme ich mir etwas deplatziert vor.

Immer wieder hat es schöne Ausblicke ins Tal

Schritt für Schritt fühle ich mich sicherer. Es fühlt sich doch noch recht vertraut an. Immer wieder schaue ich nach unten und freue mich über die fantastische Aussicht und die zurückgelegten Höhenmeter. Gerne wüsste ich auch wohin ich schaue. Wie schon als Kind, damals mit den Eltern in den Bergen zum Wandern verdonnert, schaue ich auf Berge ohne Namen. Was mir früher wurscht war, möchte ich heute gerne wissen. Aber leider tragen die Gipfel keine Schilder mit ihren Namen.

Die ein oder andere Durchquerung des Bachlaufs, mit entsprechend feuchten Felsen, machen den Anstieg nicht weniger spannend. So ist auch der Griff, nach den stellenweise zur Verfügung stehenden Stahlseilen, nicht verkehrt.

Der untere Gaisalpsee liegt vor mir

Und dann liegt er endlich vor mir, der Gaisalpsee. fast alle die hier oben ankommen, suchen sich sofort ein Plätzchen für die Pause, um das grün schimmernde Wasser des Sees zu bewundern. Mich zieht es noch ein Stückchen weiter nach oben. Zum einem möchte ich den See noch besser im Blick haben, zu anderen möchte ich noch ein paardürfen es gerne noch ein paar zusätzliche Höhenmeter sein.

Unterer Gaisalpsee

Um einen Gipfel zu erreichen, müsste ich allerdings noch gut 300 Höhenmeter draufpacken. Ich denke, für heute ist es genug und der Kaiserschmarrn auf der Berggasthof Gaisalpe zieht mich viel stärker an. Nach einer kurzen Pause, mit einer Banane zur Belohnung, packe ich mich dann auch schon wieder zum Abstieg zusammen.

Zurück auf dem Wallrafweg

Neben dem, dass der Abstieg ähnlich schwierig ist wie der Aufstieg, muss ich mich immer wieder zur Seite aufräumen, um den stetigen Gegenverkehr Platz zu machen. Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen immer noch nach oben unterwegs sind. Meine Wanderzeit habe ich wohl perfekt ausgesucht. Mit jedem Höhenmeter Abstieg ziehen immer mehr Wolken um die umliegenden Gipfel. Für die Nachzügler scheint am See nun schon keine Sonne mehr.

Blick nach oben vom Wallrafweg

Am Berggasthof Gaisalpe angekommen, scheint auch hier noch die Sonne und einer der wenigen freien Plätze wartet nur auf mich. Ach ist das ein schöner Ausklang dieses Wandertags. Der Kaiserschmarren ist überaus lecker und das Radler tut sein Übriges, um den Tag abzurunden. Dass es jetzt noch besser kommt, damit ist fast nicht zu rechnen. Es sein denn – ein Blick auf die Karte zeigt mir einen Weg deutlich oberhalb meines Hinwegs. Über den Wallrafweg lässt sich, mit vielen tollen Aussichten ins Tal, entspannt bis nach Oberstdorf zurücklaufen. Wenn das kein perfekter Abschluss ist.


  • Blick vom Wallrafweg

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