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Sommerradreise Rhein und Lago di Constanza – Tag 2

Lörrach nach Waldshut

Um 8 Uhr höre ich Kinderstimmen und rolle, zum ersten Mal seit ich gestern Abend ins Bett gegangen bin, wieder die Augen auf. 9 1/2 Stunden Schlaf ohne jedes Bewusstsein liegen hinter mir.

Meine erste Frage: „was mache ich mit dem Tag?“

Meine Antwort: „erst mal Kaffee machen, sonst wird das nix.“

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich heute noch einen Tag in Lörrach dranhängen soll. Mit der Kurkarte kann ich mit den Öffis bis Basel oder woanders hinfahren und Wetteronline verspricht ab 12:00 Uhr schon wieder ordentlich Regen. Gute Gründe das Rad stehen zu lassen.

Nach und nach packen alle anderen um mich herum ihre Sachen zusammen. Mein Körper aber, will sich nicht bewegen. Ein zweiter Kaffee mahnt ihn zu weiterer Entspannung. Irgendwann lässt mir das Gepacke der Nachbarn dann aber auch keine Ruhe mehr und schwupp ist Zelt und anderes Geraffel verpackt und die Taschen hängen am Rad. Jetzt erst mal Richtung Rhein.

Über die Wiese

Über die „Wiese“ nach Basel

Entlang der Wiese, so heißt der Bach nicht die Wiese, rolle ich aus Lörrach raus. Alles ist ganz hier ganz relaxed. Der Radweg, die Wiese, die Jogger, die Kinder, die Radwegschilder, … Doch halt stopp. Warum sind denn die Schilder plötzlich rot? Ein Blick auf die Karte verrät, ich bin schon in der Schweiz angekommen. Hätte da nicht ein richtiger Grenzübergang sein sollen. Ich könnte so ohne Kontrollen mein Schwarzgeld in die Schweiz bringen. Wenn ich das mal vorher gewusst hätte.

Durch Basel stressen der Verkehr und die Suche nach den roten Schildern. Der Stress hält aber nicht lange. Gefühlt sind es nur fünf Kreuzungen und schon fahre ich mit wenig Verkehr am Rhein entlang. Es dauert nicht lang und schon bin ich wieder in Deutschland. Und ein Weilchen später wieder in der Schweiz. Mit Ausnahme von Rheinfelden, bleibe ich dann auch bei den Eidgenossen. Irgendwie ist der Radweg bei den Eidgenossen schöner und es wirkt noch ein wenig entspannter als im Ländle.

Bei Bad Säckingen wechsle ich wieder nach Deutschland rüber. Die Altstadt ist ausgesprochen hübsch und alle Straßencafés schon belegt. Bis so richtig fette, schwarze Wolken aufziehen. Ich suche Unterschlupf am Bahnhof. Es donnert als würden die Orks einfallen und ein kalter Wind zieht auf. Das war’s dann aber auch. Kein einziger Tropfen Regen fällt. Dafür ist für mich jetzt Platz vor einem Café. Mit frischen Kalorien und Koffeinien gestärkt, reise ich dann über die alte Holzbrücke wieder in die Schweiz ein.

Ein Radweg mit Rückenwind

Die Schweiz war mir bisher schon recht sympathisch. Aber jetzt kommt das absolute Highlight. Bis kurz vor Waldshut gibt es einen Radweg mit Rückenwind. Nicht besonders spannend aber sehr schnell. Kleiner Wermutstropfen, der Wind trägt auch Regentropfen mit sich und die sind schneller.

Anscheinend habe ich sehr verwirrt auf die Schilder an der Kreuzung geschaut. Auf jeden Fall werde ich von einem rennradlnden Pärchen angesprochen. Der Weg ist schnell gezeigt und doch dauert es noch einige Grünphasen bis wir uns wieder verabschieden. Fachsimpeln mit zwei echt netten Menschen. So passts.

Auf dem Campingplatz bin ich der einzige mit Zelt. So erscheint mir der Preis für die freie Fläche nicht mehr ganz so hoch. Die Sanitäranlagen sind wirklich sehr sauber, sehen schick aus, auch der Rasen ist sehr gepflegt. Aber 26,00 Euro zuzüglich Duschen, das ist für etwas Rasen und ein bisschen warmes Wasser doch schon sportlich.

Nach dem Duschen und Abendessen laufe ich noch am Rhein entlang, bis in die Altstadt von Waldshut. Klein aber fein und fast ausgestorben. Ob es am bösen „C“ liegt oder eher daran, dass der Himmel schon wieder schwarz wird. Bevor des Himmels Inhalt den Wasserstand des Rheins weiter steigen lässt, sehe ich zu, dass ich mein Zelt erreiche.

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