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Zu Fuß vom Forsthaus Einem nach Wilsede 21 km

Auf geplant ungeplanten Wegen durch die Heide nach Wilsede

Morgens will ich da sein, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen, die Heide zum Leuchten bringen. Früh aufstehen ist daher angesagt. Ich muss ja auch den Fußweg bis zum Wilseder Berg einkalkulieren und nicht zu unterschätzen, ist Wilseder Bergauch die Gipfelbesteigung. Immerhin ist der Wilseder Berg, mit 169 Metern über Null, der höchste Berg in der Heide. Na gut, ich gebe zu, es gibt größere Herausforderungen. Das ich dennoch recht atemlos oben ankomme, liegt weniger an der Höhe, als an der schnell voranschreitenden Zeit. Die Sonne hat es gefühlt eilig, mit dem Aufgehen. Oder bin ich doch etwas zu spät dran?

Oben angelangt, zeigt sich schnell, dass ich genau zur richtigen Zeit angekommen bin. Licht, Farben, Schatten, alles passt und verändert sich in jeder Minute. Auf meiner letzten Wandertour, hatte ich schon bewusst nur mein neues Smartphone zum Fotografieren mitgenommen. Jetzt will ich es in der aufgehenden Sonnen testen. Die Bedienung im Halbdunkel oder bei Gegenlicht ist nicht immer einfach und unterliegt leider ein bisschen dem Zufall. Also lieber ein paar Bilder mehr machen und dann wird es schon klappen. Und so macht es klick, klick, klick, … Auch weil sich immer wieder schöne, neue Motive vor die Linse drängeln.

Irgendwann ist dann aber auch mal gut mit Fotografieren und ich steige aus der Höhe wieder ins Tal hinunter. Die Runde die ich laufen will, ist mir schon bekannt. Vor etwa 7 Jahren war es mein erster Kontakt mit der Lüneburger Heide. Ich wollte mal etwas anderes sehen. Keine Ahnung was auf mich zukommen würde, hatte ich einfach die erst beste Tour aus dem Internet runtergeladen. Ein PDF mit einer Karte und los ging es. So fand ich Gefallen an der Heide.

AlleiWilseder Bergne mit mir der Sonne und der Heide

So früh bin ich noch ganz alleine unterwegs. Es ist Herbst und kaum noch ein Vogel macht sich bemerkbar. So bleiben manchmal nur der Atem und ein leises Rauschen vom Wind. Die Sonne ist auch schon ein gutes Stück höher gekommen. Sie wärmt ganz ordentlich und lässt die Luft kräftig nach Herbst riechen. Immer wieder bleibe ich stehen, um die Eindrücke genießen zu können. Was für eine Vorstellung, das jetzt nicht erleben zu können, wenn ich zuhause geblieben wäre. Gruselig.

Direkt im Sonnenschein, führt der Pfad am Waldrand entlang. Schnell steigen die Temperaturen und damit verschwinden auch die Jacken im Rucksack. Ein kleines Stückchen Wald, es wird nochmal ein bisschen kühler, danach geht es über die Wilseder Straße, in das Radebach Tal. Hier treffe ich auch die ersten Menschen des Tages. Erst zu Fuß begegnen sie mir, kurz darauf sind es zwei Reiterinnen, die ihre Pferde über den sandigen Weg führen.

Jetzt müsste ich eigentlich rechts abbiegen. Aber davon weiß ich nichts und laufe brav geradeaus. Es kommt mir auch ein bisschen seltsam vor. So anders als in meiner Erinnerung. Wird schon stimmen, sagt mir ein Blick auf die Navigation. Stimmt auch. Nur anders als von der Navigation angezeigt. Nachdem ich im letzten Jahr das zweite Mal die Tour gelaufen bin, habe ich schon darüber geschrieben, aber den Track erst zuhause am Computer erstellt und dabei habe ich einen Fehler eingebaut. Das wird mir an der nächsten Kreuzung klar.

Die kLüneburger Heideürzete Verbindung zwischen zwei Orten ist die Gerade

Mein Blick verfolgt eine lange Kopfsteinpflasterstraße, die sich schnurgerade vor mir erstreckt. Hier war ich noch nie. Da bin ich mir sicher. Es ist einer der typischen Wege hier in der Region. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Orten. Ich lasse noch die Kutsche an mir vorbeiziehen, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Nur langsam gewinnt die Kutsche mit den Ausflüglern an Abstand zu mir. Erst verstummt die Unterhaltung, dann, einige Zeit später, ist auch das Klappern der Hufe auf dem Kopfsteinpflaster nicht mehr zu hören.

Jetzt bin ich wieder alleine, auf dieser geraden Straße. Oben auf dem Hügel lädt eine Bank zu einer einfach-mal-hinsetzen-und-genießen Pause ein. Die Einladung nehme ich an und schlafe in der warmen Sonne beinahe ein. Man ist das schön hier.

Noch ein paar Minuten laufen und ich erreiche Wilsede. Hier ist schon deutlich mehr los. Klar, Wilsede und der Wilseder Berg sind die Anziehungspunkte in der Region. Es ist Samstag und kurz vor Mittag, da hält sich der Andrang noch in Grenzen, ist aber schon deutlich spürbar. In der Milchhalle hole ich mir eine Erbsensuppe und ein Weizen zum Mittagessen. Geplant war zwar ein Picknick mit Brot und Käse in der Natur, aber dem Geruch der Suppe konnte ich jetzt einfach nicht widerstehen.

Nach dem Essen mache ich mich wieder auf den Weg, zur letzten Etappe. In Richtung Wilseder Berg ist dann auch schon recht viel los. So beschließ unten am Berg vorbei zugehen. Ich hatte ihn heute früh ja schon für mich alleine. Die letzten Kilometer habe ich wieder fast für mich. So klingt ein wunderschöner Tag langsam aus.


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Beides sehr schön, aber anders!

Die Tour wie ich sie 2017 gelaufen bin und wieder laufen würde.

Die Tour wie ich sie jetzt gelaufen bin. Mit der langen, geraden Kopfsteinpflasterstraße.


2 Kommentare

  • Ingo Sievers

    Moin moin Wolfgang,
    was zu schreiben ist, schrieb ich schon bei fb. Hier nur noch die Zusammenfassung: Sehr schön, volle Zustimmung, beide Daumen nach oben. Und danke, für die weitere Anregung zur Wandertour durch die Heide.
    LG aus HL
    Ingo

    • Wolfgang Kromat

      Hallo Ingo,

      danke schön. Ich finde die Heide hat einige sehr schöne Ecken. Dort um den Wilseder Berg, das gehört mit zu den schönsten. Wenn Du die Tour auch mal läufst, dann sag Bescheid wie es Dir gefallen hat.
      Frische Grüße Wolfgang

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