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Zu Fuß im Herzogtum Lauenburg 17 km

Eine Tour im Zonenrandgebiet und an der Dünenkante

Langsam kommt der Bus in Güster im Herzogtum Lauenburg zum Stehen. Nach dem Aussteigen begrüßt mich zuerst einmal eine große Stille. Nur ein älterer Herr, überzeugt gerade in aller Ruhe den Wildwuchs am Gartenzaun davon,

Göttin im Herzogtum Lauenburg
Göttin

woanders weiterwachsen zu wollen. Mit Hacke und Schere schnibbelt er alles weg, was seine Ordnung stört.

Über den Elbe-Lübeck-Kanal verlasse ich den verschlafenen Ort. Ein kleines Stück führt der Weg an der Straße entlang, ehe er in den sandigen Dünenwald verschwindet. Am Naturschutzgebiet „Talhänge bei Göttin“ zeigt sich ein kleiner Rest „Lauenburgische Wärmeheide“. Ein kleiner Rest der historischen Kulturlandschaft, die hier das Landschaftsbild prägte.

2011 bin ich auf meiner Radreise durch Deutschland, auch schon mal durch den Ort Göttin gefahren. Sowohl damals als auch heute halte ich die Augen offen um diese wichtige Person zu treffen. Aber auch diesmal hält sich die Göttin lieber im Verborgenen.

Gleich um die Ecke war die Freiheit zu Ende

Ein Stück weit folge ich hier dem Europawanderweg E6. Der Wanderweg verläuft hier entlang eines langgestreckten Wiesentals. Buchen und Eichen säumen die flachen Talhänge. Dann muss ich den E6 auch schon wieder verlassen.

Die ersten Felder sind schon abgeerntet und so kann das Auge weit über die Landschaft schweifen Ein Greifvogel zieht hoch oben seine Kreise durch die Luft. Sucht nach seinem Mittagessen, was nun auf den Feldern nun keinen Schutz mehr findet. Ein Stück weiter finde ich einen Rastplatz. Es ist ein schmaler Streifen Heidelandschaft, die sich rechts und links am Weg entlang ausbreitet. Mein Rastplatz hat leider keine Bank zu bieten. Macht aber auch nichts. Ein bisschen Wiese und eine Baum reichen um es mir gemütlich zu machen.

Der Wolf und die ehemalige Grenze

Der Wolf in Besenthal

Kurz vor Besenthal erinnert eine Infotafel daran, dass hier in der Nähe vor 25 Jahren Schluss war mit der Freiheit. Die ehemalige Grenze der DDR, hat hier Ost und West voneinander getrennt. Früher ein unüberwindbares Hindernis für den Wolf, vor dem am Ortseingang auf einem Schild gewarnt wird.

Am Sarnekower See verschwindet meine Tour wieder im Wald und bald erreichen ich auch wieder den E6, der sich hier noch ein kleines Stückchen seinen Verlauf mit dem E1 teilt. So langsam wird es immer lauter. Die A24 macht sich deutlich bemerkbar. Dank der vielen Regenfälle der letzten Wochen, hat sich in der Autobahnunterführung eine Art Hallenbad entwickelt. Zum Glück ist das Wasser im Tunnel aber schon wieder soweit gesunken, dass ich mich trockenen Fußes, an der Seite verbeimogeln kann.

Der Lärm hält leider auch nach der Unterquerung der Autobahn noch eine Weile an. Erst als ich den Wald an der Dünenkante vor Güster wieder verlasse, wird es wieder richtig ruhig. Nun noch ein Stückchen an der Landstraße zurück und ich sitze wieder an der Bushaltestelle und warte darauf, dass ich abgeholt werde.

PS: Wer zu dieser Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen will, sollte den Fahrplan genau beachten. Sonst ist unter Umständen der Bus weg und man muss sehr lange auf den nächsten warten.


  • Sarnekower See

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