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Zu Fuß auf dem Malerweg und Flößersteig 14km

Der Malerweg - Steile Stiege, schöne Aussichten

Früh ist es noch an diesem Morgen. Die Sonne steigt gerade hinter den Bäumen auf und unser Platz für das Zelt erweist sich als Glücksgriff. Wir bekommen als erste die Sonne ab. Mit dem ersten Morgenkaffee sind dann auch schnell die Glieder und Gemüter erwärmt und wanderbereit. Es ist Samstag und das Wetter soll bestens werden. Unser Ziel sind die Schrammsteine. Wollen wir nicht im Stau wandern, sollten wir früh los. Also dann.

Kirnitzschtal
Campingplatz Ostrauer Mühle

Direkt vom Campingplatz Ostrauer Mühle aus, können wir auf dem Malerweg starten. Höhenmeter für Höhenmeter kommen wir, auf dem Pfad durch den dichten Wald, voran. Von den Sandsteinfelsen fehlt noch jede Spur. Auch als wir auf einen gut ausgebauten Forstweg wechseln, lässt sich noch keiner der berühmten Felsen sehen. Als erstes taucht dann der Tornstein auf. Imposant ragt er in die Höhe und lässt ahnen was noch kommen wird. Im Holzgeländer entlang des Wegs, sind immer wieder Durchstiege eingelassen, hier geht es zu den Kletterrouten. Wie es dort wohl weitergeht? Für uns leider keine Option. Weder haben wir die Ausrüstung, noch können wir so klettern, wie es dort erforderlich wäre. Schade aber auch.

Durch das Schrammsteintor gelangen wir in die Welt der Steinriesen. Noch gehen wir zu ihren Füßen entlang. Doch schon bald verändert der Weg seinen Charakter. Aus Naturweg wird Eisenpfad. Diesen steigen wir Stufe für Stufe nach oben. Teils durch schmale Schlote, mühen wir uns dem Ziel Schrammsteine entgegen. Es ist keine dünne Höhenluft die uns den Atem nimmt, es ist der steile Aufstieg.

Der Nationalpark liegt uns zu Füßen
Schrammsteinaussicht Malerweg
Schrammstein-Aussicht

Oben angekommen, liegt uns der Nationalpark Sächsische Schweiz zu Füßen. Die Aussicht über den fast endlosen Wald und die herausragenden Türme und Mauern aus Sandstein, ist grandios. Jeder Meter hier hoch hat sich gelohnt. Auch der frühe Aufstiegt. Noch haben wir Platz hier oben und die Luft ist noch fast klar und präsentiert die Landschaft in satten Farben. Hier oben möchte ich mal zum Sonnenaufgang sein.

Der Malerweg folgt nun dem Gratweg zur Breiten Kluft und steht dem Aufstieg zu den Schrammsteinen in nichts nach. Immer wieder gibt es schmale Stiege, die mal nach unten und gleich wieder nach oben führen. Langeweile beim Wandern sieht anders aus. Unterwegs treffen wir einen Asiaten, der in Jogginghose und mit einer Papiertüte von MC Donalds auf dem Arm, sichtbar desorientiert durch die Landschaft schlappt. Anders kann man seine Art des Fortbewegens nicht nennen.

Ulrike nimmt sich seiner an und versucht in Englisch herauszufinden, wohin er will und woher er kommt. Das wüsste der junge Asiate allerdings auch gerne. Er hat auf Google Maps einen Punkt markiert, dort möchte er hin. Ohne Empfang ist die Navigation aber nahezu unmöglich. Mit etwas Orientierung unsererseits und der Karte auf unserem Smartphone, können wir ungefähr ausfindig machen, in welche Richtung er sich bewegen sollte, um hier wieder herauszukommen. Das steht aber nun gar nicht auf seinem Plan. Vielmehr möchte er dem bisher eingeschlagenen Weg weiter folgen. Auch wenn er keine Ahnung hat wohin. Ok, Menschen kann man nicht zu ihrem Glück zwingen. So lassen wir ihn weiter irren.

Picknick mit Brötchen, Käse und Aussicht

An der Breiten Kluft machen wir dann Pause. Einen besseren Platz lässt sich zum Picknick kaum finden. Wir sitzen auf den Felsen, genießen den Blick in das Tal der Elbe und belegen unsere Brötchen mit leckerem Käse.

Ein Blick auf die Karte verrät uns, dass es nun bald wieder abwärts geht. Und schon kurze Zeit später tut es das auch. Wieder sind es Leitern und Stufen, die die steilen Hänge überwinden. Manchmal vorwärts, oft aber auch mit der Nase zum Berg, steigen wir ab. Nicht wirklich weniger anstrengend als der Weg aufwärts. Die Knie protestieren still aber spürbar, über ihr Martyrium. Nachdem wir die letzte Stufe hinter uns gelassen haben, sind wir uns sicher, das war’s. Von nun an folgen wir nur noch dem breiten Weg bis zur Kirnitzsch und danach dem kleinen Fluss.

Auf dem Flößersteig

Von der Richtung lagen wir auch absolut richtig, doch der Flößersteig hält noch einige Überraschungen bereit. Kurz bevor wir die Straße erreichen, zweigt der Weg ab und führt entlang der Kirnitzsch. Ein Schild warnt, dass es ein schwieriger Weg wird und nur für Trittsichere geeignet ist. Die ersten Meter sind zwar schön, mit einem tiefen Blick auf die Kirnitzsch, aber noch nicht sonderlich schwierig. Das kommt erst später. Manchmal kaum zwei Füße breit und mit ziemlich hohen Tritten, verläuft der Weg weit oberhalb des munter sprudelnden Bachs, um sich gleich darauf auf kürzester Strecke, wieder nach unten zu richten. Wo es allzu kritisch wird, da hilft auch schon mal eine Kette als Sicherung. So wird auch der letzte Abschnitt bis zum Campingplatz zu einem Erlebnis. Das Radler zum Abschluss, in der Ostsrauer Mühle, haben wir uns verdient.



 

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