Pause am Ochsenweg
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Von Rendsburg über Nortorf an den Westensee und zurück / 74 km

Unterwegs auf dem Ochsenweg und im Naturpark Westensee

Tourstart ist in Rendsburgs Stadtzentrum. Besten über den naheliegenden Bahnhof zu erreichen. Heute ist Markttag und endlich scheint auch mal wieder die Sonne. Entsprechend voll ist es auf dem Schiffbrückenplatz. Also nichts wie los. Zum Kaffeetrinken, kann ich auch heute Nachmittag nochmal vorbeischauen, wenn sich der Trubel gelegt hat. Zum Einklang folge ich dem Ochsenweg in Richtung Süden.

Schnell ist der Tunnel, der unter dem Kanal durch führt, erreicht. Mit mir steigen noch zwei ältere Frauen in den Aufzug ein. Die Körbe und Taschen an ihren Rädern, sind vollgepackt mit den Schätzen des Marktes. Schnell entwickelt sich ein Gespräch über das, für diese Zeit, recht gute Wetter. Auf mein Bemerkung hin, es könnte ruhig noch etwas wärmer sein, erklären mir die beiden Damen, dass das für Schleswig-Holstein schon richtig gut ist, und sie schon ganz zufrieden sind, wenn es nicht regnet. Na, alles eine Frage der Perspektive.

Vom Rasenmähen und Durchblick auf ganz viel Landschaft

Schon in Westerrönfeld, bin ich wieder mal froh über die Navi-App. Die Ausschilderung für den Ochsenweg ist zwar vorhanden, aber sie steht nicht immer dort, wo man sie als Radfahrer auch sofort sieht. Das soll sich auf dem

Bokel
Bokel

Fernradweg öfter wiederholen. Westerrönfeld selbst ist nicht besonders spannend. Eine typische Schlafsiedlung, mit überwiegend Einfamilienhäusern. Es ist Samstag und wer nicht beim Einkaufen ist, der baut am Zaun, mäht den Rasen, poliert das Auto. Was man halt so macht, an einem Samstag.

Bis Nortorf verläuft der Ochsenweg fast ausschließlich durch die typische Kulturlandschaft der Region. Knicks säumen hier die meisten Wirtschaftswege, die sich durch das flache Land ziehen. Ab und an, unterbrochen von einzelnen Höfen oder kleinen Dörfern. Die Landwirtschaft ist hier noch erfreulich kleinräumig. So wechseln sich regelmäßig Felder und Weiden ab. Lediglich der Durchblick lässt ein wenig zu wünsche übrig. Zwischen den Knicks fährt es sich fast wie in einem Tunnel. Umso spannender sind dann die kurzen Öffnungen in den grünen Wänden. Wer dort durchblickt, kann ganz viel Landschaft entdecken.

Keine Eile auf der Piazza di Nortorf

Auf der Piazza di Nortorf trifft am sich auf den Bänken vor der Kirche oder unter den Sonnenschirmen des Cafés im Zentrum. Die Menschen scheinen schon alles Wichtige für das Wochenende erledigt zu haben. Niemand ist in Eile. Man trifft sich und  bleibt auch mal für einen kurzen Plausch stehen.

Ab in den Naturpark Westensee

In Nortrof verlasse ich nun den Ochsenweg. Vorbei am Westensee, möchte ich wieder zurück nach Rendsburg fahren. Für kurze Zeit bleibt die Landschaft noch vertraut, bis sich auf einmal der Weg zu einer kurzen, aber jähen

Naturpark Westensee
Naturpark Westensee

Abfahrt nach untern neigt.  Der Naturpark Westensee hat für hiesige Verhältnisse schon richtige Berge. Bis auf über 60 Meter wird es mich hinauf führen. Auf kleinen oder kleinsten Sträßchen fahre ich vorbei an Wiesen und durch kleine Wälder. Ein schönes Revier zum Rennrad Fahren denke ich und wie zur Bestätigung, begegnen mir auf den nächsten Kilometern einige Radsportler.

Mit der Nähe zu Rendsburg, wird die Landschaft auch wieder flacher und ab Schüldorf hat mich auch der Radler-Alltag wieder im Griff. Illegale Radwege und das in teils übelster Qualität, sind bestens dazu geeignet, einem den sonst so schönen Tag zu versauen. So bin ich froh, dass ich der Quengelei am Tunnel entkomme und zur Befriedung auf dem Schiffbrückenplatz in Rendsburg noch ein Bäcker offen hat. Mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen sieht die Welt schon wieder etwas freundlicher aus. Das nächste Mal werde ich über die Fähre in Schacht-Audorf, auf die andere Kanalseite wechseln.


  • Rendsburg Schiffbrückenplatz
    Rendsburg Schiffbrückenplatz