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Müritz die 2. – Ludorf bis Waren

Um 6:30 Uhr klingelt mein Wecker. Ich bin aber schneller und wache noch vor ihm auf. Ätsch.

Schon am Vorabend habe ich mir den Platz für das Zelt so ausgesucht, dass es morgens in der Sonne steht. Nach dem sich die Klamotten um meinen Körper verteilt haben, halte ich die Nase aus dem Zelt. Mein Plan geht auf. Das gegenüberliegende Ufer der Müritz wird so langsam sichtbar und der Himmel färbt sich in ein tiefes Lila.

Noch ist ein bisschen Zeit um die Toilette zu besuchen. Doch schon zehn Minuten später, erscheint der orange Rand der Sonne über den Baumwipfeln. Jetzt geht es ganz schnell. Stück für Stück hebt sich die Sonne über den Horizont, bis sie vollständig zu sehen ist. Dabei verändert sich das Licht mit jedem Zentimeter, die sich die rote Kugel über dem Horizont erhebt. Was für ein Farbenschauspiel.

Richtungswechsel kurz nach dem Start

Zu Frühstück unterhalte ich mich noch ein wenig mit dem Paddler aus dem Nachbarzelt. Er kommt aus Thüringen und hat sein Boot hier in der Nähe in einem Bootshaus an der Müritz liegen. Und wenn er mehrere Tage Zeit hat, fährt er mit der Bahn hierher, um die Landschaft vom Wasser aus zu genießen.

Nach dem Frühstück packe ich auch schon meine Sachen und fahre wieder los. Ursprünglich wollte ich die Tour gerade wieder Rückwärts machen. Dann müsste ich aber fast die ganze Zeit durch den Wald fahren. Viel zu schade bei diesem Sonnenschein. So drehe ich schon nach den ersten sieben Kilometern um und fahre wieder in die andere Richtung. Was sich schnell als richtige Entscheidung herausstellt.

Landschaftlich ist es heute ganz anders. Viel offener und weiter. Nur hin und wieder hat es ein paar Dörfer. Der Rest bleibt für Felder und Natur. Die Beschilderung ist leider wieder schrottig wie am Vortag und die Wegeführung oft recht abenteuerlich. Vom besten Asphalt, bis hin zu Wirtschaftswegen mit ausgewaschenen Spuren und lange sandige Abschnitte ist alles drin.

Es gibt kein Kaffee in Röbel

In Röbel an der Müritz wird es kurzzeitig richtig trubelig. Zumindest für hiesige Verhältnisse. Für die Cafés direkt am Wasser, scheinbar nicht trubelig genug. Sie haben alle noch geschlossen. So fahre ich weiter am Seeufer entlang, durch einen Campingplatz, bevor der Weg wieder das Wasser verlässt.

Zwischen Schilf und Wald schlängelt sich der Weg durch das Land, bis es abrupt zu einem Stau kommt. Ca. 200 Meter an einer gut ausgebauten Straße, verläuft der Radweg als einspuriger Trampelpfad. Eine kleine Schlange Radfahrer, wartet auf den Gegenradverkehr. Ich stelle mich dazu und wir warten. Endlich reißt der Strom des Gegenverkehrs ab. Jetzt müsste sich unser Tross in Bewegung setzten. Müsste. Ganz vorn ist man sich nicht einig ob besser geschoben oder gefahren wird und bis man sich dann endlich einig ist, kommen von der anderen Seite die nächsten Radler. Und wir warten.

Bevor die Diskussion um Fahren oder Schieben wieder anfängt, nutze ich die Gelegenheit der nächsten Lück und schlängle mich an den warteten Radlern vorbei. Das sorgt zwar für kurzes Murren der Überholten, die folgen dann  aber der freigehalten Fahrbahn. Schiebend.

Kuchenkalorien tanken

Im Atelier Café in Klink, darf ich als erster an diesem Tag in der Sonne den leckeren Kuchen genießen. So ganz ist die Gastwirtin noch nicht auf Gäste programmiert, ihre Hände sehen noch nach Küche aus, die Bestellung nimmt sie aber schon freundlich entgegen. Kaum steht der Kuchen auf meinem Tisch, kommen auch schon die nächsten Gäste.

Aufgetankt mit Kuchenkalorien ging es dann weiter bis nach Waren. Schon die herausgeputzten Villen auf dem Weg zur Innenstadt, machen deutlich, dass es sich hier gut leben lässt. Auch das Stadtzentrum ist ordentlich herausgeputzt und glänzt mit seinen historischen Häusern. Ich bin aber froh, dass ich meinen Kuchen schon gegessen habe. Hier ist mir zu viel los und so sehe ich zu, dass ich mich wieder auf den Weg nach Hause mache.

Und das Fazit? Schade dass die Infrastruktur für Radfahrer teilweise so lieblos zusammengebastelt wirkt. Gerade zu dieser Region um die Müritz, würde es passen, wenn man sie langsam und leise entdeckt.  



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